Abmahnung wegen unfreundlichen Verhaltens

17. Juli 2014

In einer jetzt veröffentlichten Entscheidung des LAG Schleswig-Holstein vom 20. Mai 2014 (Az.: 2 Sa 17/14) ging es um die Frage der Rechtmäßigkeit einer Abmahnung.

Der Kläger ist Ausbildungsleiter bei der Beklagten. In dieser Funktion antwortete der Kläger per E-Mail auf eine Anfrage eines Lehrgangsteilnehmers bezüglich der Anmeldung zu einer mündlichen Ergänzungsprüfung, es dürfe „eigentlich selbstverständlich sein, dass man sich dort anmeldet, wo man sich auch zur schriftlichen Prüfung angemeldet hat. Dass Anmeldungen nicht auf Zuruf erfolgen können, sollte ebenfalls klar sein.“

Diese Antwort beanstandete der Lehrgangsteilnehmer als unfreundlich und erhielt daraufhin unter anderem die Antwort, dass nach zahlreichen gleichlautenden Anfragen die Freundlichkeit einfach ausbliebe. Die Beklagte mahnte nach Kenntnis dieser Korrespondenz den Kläger ab. Dagegen wandte sich der Kläger mit der Begründung, der Verstoß wiege nicht so schwer, dass er eine Abmahnung rechtfertige. Das Landesarbeitsgericht wies, wie auch die Vorinstanz. die Klage ab.

Eine Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte kann nur verlangt werden, wenn die Abmahnung inhaltlich unbestimmt ist, unrichtige Tatsachenbehauptungen enthält, auf einer unzutreffenden rechtlichen Bewertung des Verhaltens des Arbeitnehmers beruht oder der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verletzt ist.

Das Gericht sah in dem vorliegenden Fall keine dieser Voraussetzungen erfüllt. Insbesondere sei die Abmahnung nicht unverhältnismäßig gewesen. Vor dem Hintergrund, dass die Kommunikation mit dem Kunden Hauptaufgabe des Klägers gewesen sei und dieser im Verlauf des E-Mail-Verkehrs wiederholt unfreundlich schrieb, könne nicht von einer Nichtigkeit ausgegangen werden.