Zeitumstellung und Schichtarbeit

Krefeld, 26. März 2015

An diesem Wochenende wird die Zeitumstellung von statt zwei Uhr auf gleich drei Uhr unmittelbar spürbar für solche Arbeitnehmer, die zu dieser nächtlichen Stunde arbeiten müssen.

Für sie rückt der Feierabend auf einmal ein gutes Stück näher. Im Oktober erleben im Schicht- und Bereitschaftsdienst tätige Personen diese Stunde hingegen gleich zweimal. Wie wirkt sich diese Situation arbeitsrechtlich aus?

 

Keine klare gesetzliche Regelung

Gesetzliche Regelungen zur Zeitumstellung für das Arbeitsleben bestehen nicht. Der Umgang mit der Zeitumstellung ist somit vor allem eine Sache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Dieser lässt sich am besten in einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder auch individuell im Arbeitsvertrag regeln.

Interessenabwägung

Fehlt eine solche Vereinbarung, ist nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) eine Interessenabwägung vorzunehmen (Urteil v. 11.09.1985, Az.: 7 AZR 276/83). Hierbei wiegt laut BAG das Interesse an einem nahtlosen Schichtwechsel  besonders zugunsten des Arbeitgebers.

Bruttomonatsvergütung oder feste Wochenarbeitszeit

Die Bezahlung in solchen Fällen richtet sich nach der Art der Vergütung. Während im Frühjahr eine Stunde weniger anfällt, sind im Herbst Überstunden erforderlich. Bei einem Bruttomonatsentgelt, das in zulässiger Weise angeordnete Überstunden abdeckt, ist diese Überstunde mit abgegolten. Auf der anderen Seite ist die Stunde, die beim Wechsel auf die Sommerzeit entfällt, nicht nachzuarbeiten. Zudem können Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit im Rahmen der tatsächlich geleisteten Arbeit anfallen.

Davon zu unterscheiden ist eine Bezahlung, die sich nach den tatsächlich geleisteten Stunden richtet. Gleiches gilt, wenn eine feste und nicht bloß regelmäßig vom Arbeitnehmer zu erbringende Wochenarbeitszeit vereinbart ist. Hier zählt die Stunde, die im Frühjahr weniger gearbeitet wurde, als Minus und fehlt damit auf der Entgeltabrechnung. Hingegen wird die Stunde Mehrarbeit im Herbst entsprechend positiv berücksichtigt.

Zu beachten ist überdies auch die Einhaltung der durch das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) vorgeschriebenen Ruhezeiten. Nach § 5 ArbZG ist im Grundsatz eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden bis zur Wiederaufnahme der Arbeit einzuhalten. In bestimmten Bereichen sind Kürzungen auf zehn Stunden zulässig, wenn dies wieder ausgeglichen wird.