Orkantief "Niklas": Wer muss für Arbeitsausfälle aufkommen?

Krefeld, 1. April 2015

Ähnlich wie bereits zu Pfingsten 2014 tobte sich auch in dieser Woche ein schweres Unwetter über Deutschland aus. Mit Hagel, Blitz und Sturm richtete das Orkantief "Niklas" Verwüstungen an, mehrere Menschen starben, der Verkehr wurde teilweise lahmgelegt. Wie wirken sich diese Naturkräfte arbeitsrechtlich aus?

Generell können sich Arbeitnehmer wenig Hoffnungen machen, dass ihr Arbeitgeber die Folgekosten trägt, wenn es zu Arbeitsausfällen kommt, die Arbeitnehmer nicht beeinflussen können. In aller Regel tragen Arbeitnehmer dieses sogenannte Wegerisiko, sodass sie selbst dafür verantwortlich sind, pünktlich ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Das gilt auch an Tagen, wenn ein Stau, Sturm oder Streik den Weg zur Arbeit beschwerlich macht oder die U-Bahn ersatzlos ausfällt. Für die Zeit, die Arbeitnehmer witterungsbedingt zu spät kommen, besteht regelmäßig auch kein Entgeltanspruch. Ausnahmen können sich allenfalls aus einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung ergeben (vgl. hierzu: LAG Düsseldorf, Beschluss vom 23. März 2015 - 9 TaBV 86/14).

Über die Entgeltkürzung hinaus droht Arbeitnehmern bei verspäteter Arbeitsaufnahme im schlimmsten Fall sogar eine Abmahnung. Dies allerdings nur dann, wenn sie die Unpünktlichkeit verursacht haben - also nicht bei unvorhersehbaren Ereignissen wie einem Sturm. Ist auf der Strecke zur Arbeit jedoch immer Stau, müssen Arbeitnehmer dafür Sorge tragen, dass sie rechtzeitig am Arbeitsplatz sind. Bei schlechten Witterungsbedingungen ist damit die Verpflichtung verbunden, frühzeitig den Weg zur Arbeit anzutreten. Dennoch unvermeidbare Verspätungen sind dem Arbeitgeber unverzüglich mitzuteilen.