Lehrer schmecken den Unterschied

26. April 2012

Betriebserkundung des Klever Arbeitskreises Schule-Wirtschaft bei Frutarom in Emmerich

In vielen Produkten, die wir täglich essen und trinken, sind Aromen und Fruchtzubereitungen der Firma Frutarom Germany GmbH aus Emmerich verarbeitet. Ob Milchprodukte, Backwaren, Getränke, Eis, Fertigprodukte wie gefüllte Nudeln oder Pizzen – diese Produkte werden heute überwiegend industriell gefertigt. Wichtiger Bestandteil sind dabei die süßen und würzigen Zubereitungen, die in dem Emmericher Unternehmen hergestellt werden.

„Unser Betrieb  liefert keine marktüblichen Produkte für den Endverbraucher und insofern wissen viele Menschen in der Region nicht, wer wir sind und was wir machen“, so Personalleiterin Christiane Tück. Umso mehr freute sie  sich, als die Lehrerinnen und Lehrer des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft im Kreis Kleve zu einer Betriebserkundung nach Emmerich kamen. Die Unternehmerschaft Niederrhein, die die Aktivitäten des Arbeitskreises zusammen mit der Arbeitskreisleiterin Marion van Huet vom Gymnasium Straelen plant, hatte den Besuch in dem niederrheinischen Unternehmen organisiert.

Christiane Tück hatte im Unternehmen alle Vorbereitungen für den Besuch der Gäste getroffen und begrüßte zusammen mit Produktionsleiter Ludger Ketz die Lehrer in Emmerich.

„Die Herstellung von Lebensmitteln ist heute ein hochtechnisierter Prozess. Wir produzieren zu über 70 % für Hersteller von Milchprodukten, gefolgt von Eiscremeherstellern, Großbäckereien, Herstellern von Convenience-Produkten und Getränken. „Beste Rohstoffe, spezialisierte Verfahren, Hygiene und strenge Kontrollen machen das Erfolgsrezept unseres Unternehmens aus“, so Ludger Ketz. Seit 1967 werden  in Emmerich Zubereitungen produziert, der Standort wurde 2004 von der israelischen Firma Frutarom überrnommen. Jährlich werden rund 3.000 t Früchte und  2.500 t Zucker am niederrheinischen Standort verarbeitet.

Lehrerinnen und Lehrer bei der Betriebserkundung der Firma Frutarom in Emmerich;
vorne rechts: Personalleiterin Christiane Tück; vorne links. Produktionsleiter Ludger Ketz

 Als Verbraucher hatten die Lehrerinnen und Lehrer viele Nachfragen und zeigten sich erstaunt und erfreut gleichermaßen, über die hohen Sicherheitsvorkehrungen im Produktionsbetrieb. „Ständige Schulungen der Mitarbeiter sind unerlässlich und sichern unsere hohe Qualität“ so Personalleiterin Tück. Beim Geschmackstest konnten die Lehrkräfte dann selbst erleben, worauf es ankommt, wenn man bei dem Spezialunternehmen im Labor beschäftigt ist. Drei Schälchen mit Joghurt galt es zu verkosten und festzustellen, welcher einen abweichenden Geschmack hat. „Solche sogenannten Triangeltests werden  bei uns tatsächlich durchgeführt. Bei diesem Produkt handelt es sich um einen Joghurt, der auf dem schwedischen Markt angeboten wird. Wir produzieren die Fruchtzubereitung, die eingearbeitet wird“, so Christiane Tück.

„Die Geschmäcker der Konsumenten in den Ländern sind deutlich unterschiedlich. Auch die Farben sind ganz differenziert einzusetzen. Z.B. dürfen Kuchen und Kekse für den holländischen oder französischen Markt deutlich bunter, als für den deutschen Markt aussehen. Deutsche Kunden würden schrill buntes Gebäck sicherlich nicht kaufen“ erläutert die Laborantin Frau Angelika Loskamp. Auch über Ausbildung wurde gesprochen, denn dies ist für die Lehrer im Arbeitskreis Schule-Wirtschaft immer von besonderem Interesse. Ausgebildet wird bei FRUTAROM in dem bei Vielen unbekannten Berufsbild Fachkraft für Lebensmitteltechnik. „Die Berufsbezeichnung klingt vielleicht ein wenig sperrig, aber es ist ein interessantes Gebiet“ so Ludger Ketz. „Man lernt wie Lebensmittel industriell hergestellt werden. Das ist hoch spannend, denn die Lebensmitttelindustrie sorgt dafür, dass in den hochtechnisierten, bevölkerungsreichen Ländern den Menschen ein ausreichendes Maß und eine breite Vielfalt von Lebensmitteln zur Verfügung steht“, so Ketz weiter.

Dafür müssen viele Prozesse ineinandergreifen. Jugendliche, die sich für das Berufsbild interessieren, können in einem ersten Schritt ein Praktikum bei FRUTAROM machen. „Zur Zeit haben wir zwei Praktikanten im Werk. Sie durchlaufen die Betriebsabteilungen und können sich ein Bild davon machen, ob sie hier arbeiten wollen. Das ist für alle Beteiligten die beste Möglichkeit sich vor Beginn einer Ausbildung zu prüfen“, so Personalleiterin Tück. Jugendliche, die sich interessieren, können daher auf jeden Fall eine Bewerbung um Praktikumsstellen schicken.