Mittelbare Diskriminierung wegen des Geschlechts

14. Oktober 2013

In einer erst jetzt bekannt gewordenen Entscheidung des LAG Hamm (Urteil vom 6. Juni 2013 - 11 Sa 335/13) hat das Gericht eine mittelbare Diskriminierung wegen des Geschlechts angenommen und die Beklagte zur Zahlung einer Entschädigung gemäß § 15 Absatz 2 AGG verurteilt.

Der Entscheidung lag folgender Sachverhalt zugrunde:

Die Klägerin war auf ihre Stellenbewerbung bei der Beklagten abgelehnt worden. Auf dem zurückgesandten Lebenslauf fand die Klägerin neben der Textzeile "Verheiratet, ein Kind", den handschriftlichen und durchgängig unterstrichenen Vermerk der Beklagten "7 Jahre alt!".

Das LAG Hamm urteilte, dass der streitgegenständliche Vermerk erkennen lasse, dass die Beklagte Zweifel daran habe, dass die Klägerin ihre Pflichten als Arbeitnehmerin mit ihren familiären Aufgaben vereinbaren könne. Darin liege ein ausreichendes Indiz (§ 22 AGG) für eine mittelbare Benachteiligung wegen des Geschlechts, weil bei der Bewerbung eines Vaters eines siebenjährigen Kindes vergleichbare Zweifel nicht enstanden wären.

Diese Indizwirkung konnte die Beklagte nicht widerlegen, insbesondere nicht dadurch, dass sie bei der Stellenbewerbung eine junge Frau ohne Kind und mit besserer Qualifikation berücksichtigt hat.