Folgenschwere "Schnuppertage": Probearbeit oder Einfühlungsverhältnis?

13. Dezember 2013

Stellenbewerber erhalten gelegentlich die Möglichkeit, den künftigen Arbeitsplatz und den Betrieb für die Dauer von wenigen Tagen kennenzulernen.Nicht selten wird anschließend im Rahmen gerichtlicher Auseinandersetzungen darüber gestritten, ob hierdurch lediglich ein sogenanntes Einfühlungsverhältnis begründet worden ist oder ob es sich um Probearbeit gehandelt hat.

Bei der Beurteilung dieser Frage ergeben sich gravierende rechtliche Unterschiede. Ein Einfühlungsverhältnis ist - im Gegensatz zur Probearbeit - weder meldepflichtig in der Sozialversicherung noch gesetzlich unfallversichert.

Probearbeit liegt immer dann vor, wenn der Stellenbewerber auf Anweisung des Arbeitgebers betrieblich notwendige Aufgaben allein und selbstständig zu erfüllen hat. Neben der Meldepflicht entsteht aus einem solchen Probearbeitsverhältnis ein Lohnanspruch gegen den Arbeitgeber.

Bei einem Einfühlungsverhältnis wird hingegen die Arbeitsleistung vollkommen freiwillig ohne Einhaltung etwaiger Arbeitszeiten erbracht. Ein Anspruch auf Lohn besteht in diesem Fall nicht.

Um Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden, sollte im Vorfeld eine schriftliche Vereinbarung zwischen dem Stellenbewerber und dem Arbeitgeber geschlossen werden. Es empfiehlt sich zudem, den Zeitraum des Einfühlungsverhältnisses eindeutig festzulegen und zusätzlich klarzustellen, dass weder eine Verpflichtung zur Arbeitsleistung noch ein Lohnanspruch bestehen.