"AGG-Hopper": Keine Entschädigung bei diskriminierenden Stellenanzeigen

29. Januar 2014

Wer sich als sogenannter "AGG-Hopper" erfolglos auf eine altersdiskriminierende Stellenanzeige bewirbt, ohne ernsthaft an der Stelle interessiert zu sein, kann von dem Unternehmen keine Entschädigung nach § 15 Abs. 2 AGG verlangen.

Dies geht aus einer Entscheidung des Landesarbeitsgerichts (LAG) Berlin-Brandenburg vom 31. Oktober 2013 (21 Sa 1380/13) hervor.

Geklagt hatte ein 60 Jahre alter promovierter Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei. Er hatte sich u. a. auf eine Stellenanzeige der Beklagten beworben, mit der ein Rechtsanwalt (m/w) "als Berufsanfänger oder mit ein bis drei Jahren Berufserfahrung" gesucht worden war.

Nachdem seine Bewerbung abgelehnt worden war, nahm der Kläger die Beklagte - wie bereits zuvor eine Vielzahl anderer Kanzleien mit ähnlichen Stellenausschreibungen - auf eine Entschädigung wegen Altersdiskriminierung von bis zu 60.000,00 € in Anspruch.

Seine Klage blieb vor dem LAG Berlin-Brandenburg erfolglos.

Dabei ließen die Richter offen, ob die streitgegenständliche Stellenausschreibung altersdiskriminierend war. Nach ihrer Auffassung war das klägerische Entschädigungsverlangen rechtsmissbräuchlich, da der Kläger nach einer Gesamtwürdigung aller Umstände jedenfalls nicht ernsthaft an der ausgeschriebenen Stelle interessiert war.

Indizien für eine nicht ernsthafte Bewerbung können neben einer Vielzahl von Bewerbungen gerade auf altersdiskriminierende Stellenausschreibungen auch eine unzureichende Qualifikation des Bewerbers und ein wenig aussagekräftiges Bewerbungsschreiben sein.